Heni

bischen militant vielleicht... ;-)

Autoexplosion

Das Jahr 2003 wurde vor allem von einem Ereignis dominiert.
Bereits im Jahre 2000 entwickelten wir die Idee und die Konzeption zu der ersten Endzeitenklave.
Es sollten 4 Jahre ins Land gehen, bis dieses Projekt soweit gediehen war und alles dingfest gemacht worden ist, um es stattfinden zu lassen. Im Sommer 2003 war es nun soweit, wir hatten den Hartplatz neben der Sachsenallee zu unserem Domizil gemacht.
Wir sammelten über Monate hinweg Schrott; Auspuffrohre, Waschmaschinentrommeln, Kühlerhauben, Rohre und Stangen und was uns sonst noch in die Hände fiel. Wir errichteten unser Camp und flexten, schweißten, bohrten und sägten und was herauskam waren Androiden, Roboter, Autos und etliche Gebrauchsgegenstände, wie sie die Menschen in der Nachwelt von uns überlassen bekommen.
Eine Woche lang stellten wir die Exponate in der Sachsenallee aus und bespielten die Ausstellflächen mit einem fortlaufenden Programm der Endzeit'ler. Am letzten Tag haben wir den Platz abgesperrt und luden zu einem Event der ganz besonderen Art: Die Mutonia-Endzeitshow. Zu industrialen Klängen von "Tilan" und experimentellem Industrial von DJ "Ruff'e'Nuff" und Psycho-Trance von DJ "Tatanka" fuhren die Entzeitautos mit ihren aufmontierten Flammenwerfern Duelle und sprengten zum Höhepunkt der Show sogar noch ein Auto...
Leider waren wir mal wieder witterungstechnisch nicht wirklich mit Glück beschieden und so fanden sich zu der Show bei beständigem leichtem Nieselregen nicht gar soviele Gäste wie erhofft ein. Dennoch war die Party mit Abstand das Abgefahrenste, was wir in all den Jahren erlebt und ausgerichtet haben. Die Zeitungen stürzten sich auch regelrecht auf das Projekt und so waren wir in so gut wie allen sächsischen Zeitungen mindestens einmal vertreten und schafften es sogar zum Bild des Tages bei "Spiegel online", "Die Welt" , der "Freien Presse" und "Focus online".
Drei Wochen haben wir sozusagen im Dreck gelebt; zogen durch halbabgerissene Industriehallen, waren auf so ziemlich allen Schrottplätzen unserer Gegend zu Gast und sammelten aussagekräftigen, charakteristischen Schrott. Ich kann ohne nachzudenken sagen, daß dies die drei geilsten Wochen in meinem Leben waren.
Leider ist die Performance dermaßen kostenintensiv, das wir es bisher nicht geschafft haben, eine Anknüpfung hierfür herzustellen. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...
Wer mehr wissen mag kann sich ja gerne auf der Inet-Seite zur Aktion umschauen:

M U T O N I A
Flammenpanzer

Pyroshow

Abschuss

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Desweiteren machten wir im Jahre 2003 auch noch das Konzert "Tristan" zum gleichzeitigen Release der gleichnamigen CD von "Dies Natalis" auf der Burg Wolkenstein. Das war auch eines der schönsten Konzerte die ich erlebt habe; "Curare", "Dies Natalis" und "Auld Mills Inn" machten den Abend zu einem richtig stimmigen Konzi vor der Kulisse der Burg. Und nach dem Konzert gab es noch unplugged Gitarrenmusik vom Tobi am Lagerfeuer - bei viel Met und anregenden Gesprächen...

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Magie & Mythos - Hypnoseshow

Auch tourte unsere Show "Magie & Mythos" wieder quer durch Deutschland und wir waren zu Gast in der Sachsenallee und dem Vita-Center in Chemnitz und auch in Potsdam und in Schwedt. Phylex - unser Haus- und Hofhypnotiseur lief zu echten Höchstleistungen auf und bezauberte die Leute mit immer gewagteren Hypnoseeinlagen.
In Potsdam zum Beispiel hatte er einem Mädchen suggeriert, das alle Gäste vor Ihr nackt wären und sie sich jetzt einen raussuchen könne. Die lief dann die Reihen vom Publikum ab und blieb vor einem stehen (der selbstverständlich angezogen war) lächelte ihn an und Phylex fragte sie ob dieser es jetzt werden sollte. Da wanderte ihr Blick langsam nach unten und meinte dann etwas verschämt "Naja, er ist ein bischen klein..." Rundrum haben sich alle bald bepisst vor Lachen, nur der arme junge Mann schlich beschämt von dannen. Was für ein Spass...


Ansonsten trieben wir uns wie immer wieder auf zahlreichen Mittelaltermärkten und auch Konzerten herum; in Plattenburg, Hohnstein, Kriebstein, Meißen, Heringen, Halle...
Zum Mittelaltermarkt in Heringen verdiente Kilian sein erstes eigenes Geld, indem er einem unwilligen Käufer (der alte Herr wollte partout keine Bio-Möhre von seiner Mutter Aniko kaufen!) so zornig & kräftig ins Schienbein trat, daß das die Begleitung des Herrn so lustig fand, daß er Kilian spontan 1 Euro in die Hand drückte. So geht's also auch...
Und unsren schönsten Markt verbrachten wir bei fogelvrey in Alt-Kaster hinter Köln. Eine komplett erhaltene mittelalterliche Altstadt zwischen zwei Burgmauern - die Burg wurde schon früh geschleift, doch der Stadtmauerring mit seinen Häusern war noch komplett erhalten. Alle Einwohner machten bei dem Fest mit und öffneten ihre Häuser für die Besucher. Es war herrlich und die Leute so nett. Wir durften ihre Toiletten mit benutzen und wurden morgens sogar mit frischen Brötchen vom Bäcker versorgt und selbstgemachter Marmelade! Um Alt-Kaster herum befand sich ein alter schon wieder rekultivierter Tagebau, wo wir nach dem Markt um Mitternacht immer zum Vollmond-Schwimmen in den angelegten See gingen. Leider hat es nie wieder geklappt hinzufahren, weil deren Markt immer mit unserem Heerbann kollidierte. Wirklich schade...


Ja, genau der Heerbann...
der fand auch wieder im Museumsdorf Bleiberg statt - zumindest als Ausgangspunkt. Denn die Schlachten fanden zum einen an der Zschopau statt, was mit größeren Wanderungen in voller Rüstung & einer Durchquerung des Flusses einherging. Und dann ging es noch vollgerüstet mit dem Auto zum Besiedlungszug, um auch den zu überfallen. Hey, die gingen da mit Wagendeichseln auf uns los! Ich glaube so fertig wie nach dem Heerbann waren wir alle nie wieder.

Jacky in Aktion

20022004
Rückblicke