Urlaub auf Rügen

Urlaub auf Rügen

Mit der Gotikmesse in Köln zu Weihnachten und dem Sylvester-Esoterikmarkt in der Sachsenallee hatten wir uns etwas übernommen und so verbrachten wir das historische Ereignis der Jahrtausendwende mit Grippe und diversen Videos auf dem Sofa. Derweil war unsre Aniko hochschwanger aus ihrem Münchner Exil zurück zu uns nach Chemnitz gezogen. Als erste Amtshandlung schmiß sie uns erstmal aus unsrem Laden und nötigte uns eine Woche Urlaub auf. Der erste nach 4 Jahren! So spontan an die Luft gesetzt packten wir unsre sieben Sachen und fuhren an die Ostsee auf die Insel Rügen. Des nächtens kamen wir dann dort auch an und fanden erst nach einigem vergeblichen Klingeln eine Herberge, die uns zu so vorgerückter Stunde die Tür öffnen wollte. Die lag dann wenigstens gleich in der Nähe vom Königsstuhl, schön abgelegen mit einem herrlichen Wald samt Hügelgräbern direkt vor der Haustür. Es war eine wunderschöne Woche.

Urlaub auf Rügen

Urlaub auf Rügen

Zurück in Chemnitz war die Idylle schnell vorbei: wir versuchten uns auf der Esoterikmesse "Harmonie". Ihr glaubt gar nicht wie agressiv einen 3 Tage Licht & Liebe machen können - nie wieder!
Doch dann kam unser Winkly auf unsere Oster-Rundtour mit. Die führte uns zuerst nach Karlsruhe zum Ostara-Festival mit Umbra et Imago u.a. Dort fanden wir dann bei einem Exil-Pärchen aus Sachsen nächtlichen Unterschlupf, worüber wir sehr glücklich waren. Denn nachdem Winkly bei der Aftershow-Party in Mozart's S/M-Club an der dortigen Bar mit einem Exemplar der holden Weiblichkeit eine ganz eigene Show lieferte, war er plötzlich verschwunden. Am nächsten Morgen laßen wir ihn auf 'nem Grünstreifen auf und weiter ging's nach Nürnberg zum Hekate-Konzert. Dort behielten wir ihn im Auge, was ihn aber nicht weiter bei der "Arbeit" störte. Dieses Wochenende war der letzte große Höhepunkt in Winklys wildem Leben, denn dann schlug die Liebe zu und es sollte sich einiges ändern...


Aber erstmal kam Ende April unser erster Markt auf dem Schloß Wildeck in Zschopau.
Eigentlich eine niedliche kleine Burg und man hatte auch das Gefühl das es eine nette kleine Veranstaltung wird.
Das Gefühl verflog allerdings sofort wieder als man frühmorgens aus dem Fenster schaute und den weissen Schneematsch erblickte. Der Schnee/Regen/Matsch Zustand hielt dann auch über das gesamte Wochenende an und konnte einem auch noch das letzte bischen Gute Laune vertreiben...
Nach diesem völlig versauten Wochenende vertrieben wir uns den Mai mit einem dies natalis-Konzert nach dem anderen.

Spellbound

Matti & Kilian

Inzwischen war auch das Traum-Team auf der Welt. Der überfällige Kilian wurde schon im März mit einem Eisbecher und einem großen Schuß Eierlikör von Aniko herausgelockt und klein Matti erblickte nach einem längeren Kampf mit der Nabelschnur im Mai das Licht der Welt. Damit er auch ein echter harter Mittelalter-Bengel wird, kam Kilian mit nicht ganz 2 Monaten auch gleich auf sein erstes dies natalis-Open air nach Magdeburg mit. Dort hielt er bis Mitternacht mit am Lagerfeuer durch, wo Winkly uns allen seine Janet vorstellte. Norbert dichtete spontan den dies natalis-Blues, in dem jeder einen Vers bekam und gerade Winkly kam nicht zu knapp weg, was ihn hinsichtlich der "Dinge, die Janet nicht erfahren sollte" äußerst nervös machte... Morgens um 7 Uhr weckte Kilian lautstark das Zeltlager und beruhigte sich erst nachdem die komplette holde Weiblichkeit aus allen umliegenden Zelten sich um ihn kümmerte.


Ach und da hätte ich doch beinahe die inzwischen alljährliche Razzia vergessen. Eines Morgens um 8 klingelten einige Sportsfreunde in Grün/Weiß angeführte von unsrem allseits beliebten Arzneimittelamt uns ziemlich rüde aus dem Bett. Während zwei Beamte im Beisein von Thomas unsre Küche auf den Kopf stellten, durfte ich mich unter Überwachung einer Beamtin (wenigstens!) notdürftig anziehen. Weiß nicht, ob die erwartet haben, daß ich mir schnell eventuelle Drogen in irgendwelche Körperöffnungen stecke oder im 3. Stock aus dem Fenster entkomme? Aber nein, sie suchten etwas ganz Banales. Nämlich Kräuterliköre aus Berlin in denen angeblich Arzneimittel enthalten sein sollen. Kurz vor uns hatten sie dort die Herstellerfirma durchsucht und unter anderem auch unsere Adresse in deren Kundendatei gefunden. Abgesehen davon, daß Damiana kein Arzneimittel ist, hatte ich die Liköre schon Jahre zuvor aus dem Programm genommen, weil die einfach keiner haben wollte. Aber egal, wenn man schon mal da ist, findet man eben was anderes. Das waren dann solche Albernheiten wie das auf den Teetüten "mindest haltbar bis..." und nicht "zu verwenden bis..." stehen muß, sonst ist es nämlich ein Arzneimittel! Und Räucherstäbchen sind angeblich auch Arzneimittel, weil man könnte ja den Rauch inhalieren. Und überhaupt muß ja im Gute-Laune-Tee Haschisch drin sein, weil woher sollte sonst die Gute Laune kommen? Und Aphrodisia-Tee ist auch ein Arzneimittel, weil eine aphrodisierende Wirkung eine Veränderung des Körpers ist und damit ein Arzneimittel! An der Stelle mußte dann selbst der Richter lachen und meinte, man sollte da schleunigst alle Mini-Röcke auf die Arzneimittelliste setzen, weil ihm bei deren Anblick auch immer ganz anders wird. Nun, durch kam die Behörde damit mal wieder nicht, aber wie jedesmal waren wir wieder über ein Jahr mit Anwälten & Richtern beschäftigt und nochmal solange haben wir gebraucht, um all die Anwaltskosten bezahlen zu können. Denn ein Verfahren, in dem der Staat Kläger ist, kann man nicht einfach gewinnen. Da wird maximal eingestellt und dann bleibt man auf seinen Anwaltskosten sitzen. Eingestellt bedeutet dann, das man eine kleine Strafe (klein im Verhältnis zu den Anwaltskosten!) zahlt und ggf. Arbeitsstunden leistet. Das taten wir dann bei einem Geomantie-Verein, der sich das Ausgraben unterirdischer Gänge und das Auffinden von Energielinien zur Aufgabe gemacht hatten. Eigentlich hatten wir ja gehofft, den unterirdischen Gang unter dem Schloß Lichtenwalde ausgraben zu helfen, stattdessen mußten wir für den Verein eine Rechner einrichten und Internetrecherche machen... naja.


Filia Irata

Das restliche Jahr trieben wir uns zur Abwechslung mal auf einigen Märkten von anderen Veranstalter herum. Wir waren in Nordhausen, auf Burg Schönburg bei Zwickau, auf der fränkischen Burg Rabenstein, sogar bis zur Burg Beilstein bei Stuttgart trieb es uns.
Die alljährlichen Traditionsmärkte (Schlosspektakel Glauchau) und den MA-Markt zum Stadtfest machten wir natürlich auch wieder.
Der auf dem rechten Bild ist übrigens der Rico in seinen jungen Jahren, der auf dem Markt in Glauchau in unser Bewusstsein rückte und sich später als langjähriger, echter Freund herausstellte...

Rico

beim Training

beim Essen

Der Heerbann fand für dies Jahr eine andere Bleibe: die Burg Scharfenberg bei Meißen. Eine herrliche kleine Burg auf einem bewaldeten Felssporn über der Elbe - doch für unser inzwischen immer größer werdendes Heer auch zu klein. Es war in jeder Hinsicht der wohl heißeste Heerbann, den wir bis dahin hatten. Thomas hatte einen Sonnenstich. Die keltischen Gegner einen Sumpfporst-Rausch, weshalb man sich bei der heftigen Schlacht auf den Elbwiesen nicht recht auf einen Verlierer einigen konnte. Die gebratene Sau war die größte, die wir bis dato hatten, was Winkly nicht daran hinderte sich wie ein wildes Tier darüber herzumachen. Alle waren äußerst trinkeifrig und gut gelaunt... und dann kam das große Gewitter! Ich habe noch nie gesehen, wie soviele Leute innerhalb von Sekunden so schnell nüchtern wurden, um das komplette Festbankett inklusive meinem Stand in die Burg in Sicherheit zu bringen. Und dann begann der kühlende ersehnte Regen unter heftigstem Beifall des Donnergottes Thor. Aber deshalb lassen wir uns unsre Partylaune nicht vertreiben. Ich bin zuerst raus und hab im Regen getanzt und lauthals in unbekannten Sprachen gesungen, dann kam Aniko dazu, Norbert fing an zu trommeln. Dann machten die meisten andren auch noch mit. Für Winkly war kein Instrument mehr da - egal, dann nimmt man halt den Spaten und schlägt rythmisch auf etwas ein. Nachdem ich ihm unsren Grill weggenommen hatte, war der Bühnenaufbau als Holz dran. Einige Enthusiasten fanden weitere Werkzeuge und machten begeistert mit. Was für eine Party! Zum Glück fand Burgbesitzer Leo das auch recht lustig und machte selber mit, denn am nächsten Morgen war die "Bühne" nur noch ein Haufen Holzmehl - ungelogen!

Die Burg

Ende des Jahres trafen wir dann Michael Brunner wieder, den wir nach dem Gotiktreffen-Debakel 2000 nicht wieder gesehen hatten. Der hatte sich derweil im schönen Schloß Püchau bei Wurzen eingemietet und veranstaltete dort schwarze Discos & Konzerte im wunderschönen Schloßambiente. Wir waren sofort begeistert und machten mit. Das eisige Sylvester feierten wir in Püchau mit Met, der über'm Lagerfeuer aufgetaut werden mußte. Winkly plünderte für uns das Sylvesterbufett, damit wir auch was von den Leckereien abbekamen. Allerdings stapelte er die Leckereien wild übereinander auf einem Teller - naja. Später setzte er noch im volltrunkenen Zustand das Auto von Kirlian Camera gegen die Burgmauer - er wollte ihnen nur beim Ausparken helfen! Zum Glück finden Italiener sowas lustig... Der DJ fand's dann allerdings nicht lustig als Winkly anfing mit seinen CD's aus dem Auto die Disco zu übernehmen. Aber da war es auch schon morgens um 4 oder 5 Uhr. Und da sind wir ja auch schon im Jahr 2002. Lest dann dort weiter.

Metstand auf Püchau

20002002
Rückblicke