Also um ehrlich zu sein, mit dem Text für's Jahr 2000 tun wir uns ein bissel schwer.
Es war ein sehr bewegendes Jahr; das Jahr mit den mit Abstand meisten eigenen Veranstaltungen;
etlichen Hoch's und Tief's; bewegenden Momenten und auch weniger schönen Episoden.

2000 ist so viel passiert; daß es schwer fällt, einen Text darüber zu schreiben;
man kann hierbei eh' nur die Hälfte vergessen und selbst die niedergeschriebenen Begebenheiten
können nicht so tief ins Detail gehen wie sie es eigentlich müssten...
Aber gut; ich will es zumindest versuchen... ;-)


Im Mai des Jahres 2000 - quasi als Auftaktsmarkt - machten wir wieder unseren bis dahin regelmäßig stattfindenden MA-Markt auf der Burg Rabenstein. Mit Fabula Aetatis; Max von Gluchove und dem 3 Weibertheater hatten wir - von dem ständig wieder neu einsetzenden Regen abgesehen - eine Menge Spaß. Am Sonntag war dann dafür das Wetter um vieles besser; es kamen wahre Massen von Leuten und wir hatten alle Hände voll zu tun, die Metflaschen schnell genug zu öffnen. Der Spaß hörte allerdings nach dem Markt auch schnell auf - das Grünflächenamt hatte sich die Wiese angeschaut und war zu dem Schluß gekommen, daß bei Veranstaltungen dieser Größe die Wiese wohl in Mitleidenschaft gezogen wird. Was für eine Erkenntniss...
Naja, haben wir also um des lieben Friedens Willen die Wiese geharkt und Grassamen unter die Erde gebracht. Damals wußten wir natürlich noch nicht, daß das der Auftakt zu den verschiedensten Gängeleien der Stadt Chemnitz war, uns von der Rabenstein runterzubekommen. Also harkten wir frohen Mutes die spärliche Erde über dem Fels und erfreuten uns an dem wenige Wochen danach wiederergrünten Wiesengelände.


Das Obst wird geliefert...

Der Winkli am Baggern an einer Rothaarigen

Eine Weile später kam dann wieder der Heerbann, der sich in diesem Jahr zum letzten Mal auf der Burg Rabenstein zutragen sollte.
Wie immer - eine gigantisch schöne Schlacht; wir hatten ein Tor gebaut auf dem der Thilo, welcher damals ein Narr werden wollte, mit einer riesigen Schale altem gammeligen Obst & einer Tüte Mehl stand; welches sich alsbald in Richtung Angreifer in Bewegung setzte. Ein Video hierzu findet Ihr hier (das oberste). An der abendlichen Tafel feierten wir wiedermal bis tief in die Nacht hinein; allein ich hatte nicht so recht Freude an der geselligen Atmosphäre. Ich ging über das Gelände und wußte damals schon, daß es die letzte Veranstaltung von uns an dieser durch uns aus dem Dornröschenschlaf gerissenen Burg sein wird. Die Spitzfindigkeiten irgendwelcher Stadtheinis befanden nämlich den Heerbann eine anderthalbe Woche vor dem Termin auf einmal für eine öffentliche Veranstaltung; welche natürlich angemeldet sein müsste. Selbstredend ist der Heerbann keine öffentliche Veranstaltung und wie die Jahre davor eine rein auf die Party ausgelegte Schlacht - und nicht auf zahlendes Publikum ausgerichtet. Wie auch immer; ich stand damals vor der Wahl entweder den Heerbann eine Woche vor Beginn abzusagen (die Genehmigung dauert länger als eine Woche) oder dennoch durchzuführen. Natürlich mit der Prämisse, daß es danach noch mehr Trouble geben würde. Ich bin mir sicher die Zuständigen wußten damals auch, daß mir die Entscheidung nicht wirklich schwer fiel und haben darauf gesetzt, uns danach so richtig die Hölle heiß zu machen. Naja das taten sie dann auch. Durchgekommen sind sie damit natürlich nicht, aber der Platz war für uns für weitere Veranstaltungen dadurch auch gestorben.


Achja, ein kleines Detail zu dem Thema habe ich noch vergessen; wir wollten ja im Herbst den nächsten Mittelaltermarkt dort stattfinden lassen; bei der Besprechung zum Markt war allerdings ein für mich neues Gesicht in der Runde, der Herr Dr. Schuler, seineszeichens früher Mönch gewesen... Dem war sicher unser Namenszusatz "Heidentum & Mittelalter" ein Dorn im Auge. Dummerweise hatte auch noch in der Nacht vor dem Termin irgendein "Satanist" ein umgekehrtes Kreuz und die drei Zahlen an die Wand vom Schlossbergmuseum geschmiert. Daran mussten wir natürlich in den Augen eines Hardcore-Christen schuld sein. Dementsprechend verlief die Verhandlung dann auch eher seltsam und ich ging dann wieder mit einem etwas nervösem Zucken ob all der komischen Anspielungen im Auge. Da wir aber nicht die rechte Backe hinhalten, wenn wir auf die linke geschlagen werden, nahmen wir einige Wochen später den allseits beliebten und bekannten Sonnenadler in unser Sortiment auf; der nunmehr tausende; wenn nicht gar zigtausende Autos schmücken dürfte. ;-)


Feuerspucken

Also haben wir uns von den Herren und Damen nicht wirklich in die Suppe spucken lassen; wenn die Stadt Chemnitz spinnt, arbeitet man halt ohne sie.
Und so machten wir unsere Mittelaltermärkte auf dem Wasserschloß Klaffenbach; dann noch in Limbach Oberfrohna, zum Stadtfest Chemnitz, zum Pressefest Chemnitz, an der Sachsenallee, auf dem Sonnenberg zum Elektroinnungsfest (puh war das schrecklich, aber wir haben den Addi von "Mach's mit mach's nach mach's besser" gesehen) und wo auch sonst noch...
Also wo sonst noch ist natürlich bischen salopp dahingesagt; denn fast hätte ich den Traditionsmarkt das Schloßspektakel Glauchau vergessen.
Das ist ein Markt der damals einen sehr guten Ruf hatte und jede Menge Ressourcen verschlang. So war er auch wie jedes Jahr einer der schönsten Märkte im Jahr...

Dectera Lugh in Glauchau

Hekate

Toby singt am Lagerfeuer

Und dann war da noch das Sonnenfeuer-Festival.
2 Wochen nach dem alljährlich Schloßspektakel in Glauchau (wir konnten unsere Stände also gleich dort lassen) haben wir auf besagtem Schloßhof die Band's Dies Natalis & Hekate aufspielen lassen. Die dritte Band (namens Dectera Lugh) ist zwar leider ausgefallen; aber die Party war trotzdem gigantisch. Als dann die beiden Bands am Ende auf der Bühne standen und Ihre Weisen gemeinsam zum Besten gaben, blieb wohl kein Auge trocken ;-)
Nach dem Konzert gab man sich ausführlich dem Suffe - damals von uns liebevoll "verdichten" genannt - hin.
Als dann der Alkoholspiegel auch schon "etwas" angestiegen war, wickelte sich der gute Winkly beim in sich zusammenklappen dergestalt um unsere Mittelsäule im Stand das keiner mehr in der Lage war den Knoten zu entwirren. Also legten wir nur noch eine Decke über das Knäuel und ließen es den Rausch ausschlafen.
Derweilen hörte sich ein anderer Kumpel die Probleme eines hübschen jungen Gastes an; stundenlang konnte die über Ihre verflossenen Beziehungen reden...
Dem armen Kerl ist sicher bald ein Ohr abgefallen, aber tapfer hat er durchgehalten. Bis dann nach einigen Stunden der Tobi ankam und zu besagtem Frauchen nur meinte "Kommst Du mit?"; diese dann aufstand und sich von Tobi im Zelt die Probleme lösen ließ.
Apropo Probleme lösen; zum Sonnenfeuer erzählte die Aniko dann noch der Ines, daß sie schwanger ist. Ziemlich zeitgleich mit dem Erzählen fing die Sandra an über die Burgmauer zu "bröseln"; die war auch schwanger - wußte es aber noch nicht.

Die Ines und die Sandra.

Die Bea anno 2000

Dann begab es sich zum Ende des Jahres hin, das mit einer Veranstaltung namens "In den Sternen stehts geschrieben" in der Sachsenallee der Grundstein zu einer mehrjährigen Veranstaltungskette gelegt wurde. In mehreren Zelten wurde Gästen Ihre Zukunft geweissagt und ausserdem konnte sich jeder der mutig genug dazu war von unserem Hypnotiseur hynotisieren lassen. Versucht habe ich das auch; bin mir aber nach wie vor nicht wirklich sicher ob die Hypnose bei mir angeschlagen hat. Eigentlich bin ich der Meinung, daß ich durchaus wach war. Gemein war an der Stelle nur, daß sich der Hypnotiseur genau mich aussuchte, um vor den versammelten Gästen ein Referrat über den Mißbrauch von Teebeuteln zu halten... :-)
Wie auch immer, was wir damals noch nicht so recht ahnten, war, daß die Veranstaltung so erfolgreich werden würde, daß sie über mehrere Jahre in ganz Deutschland tourte. Dann zwar unter dem Namen "Magie & Mythos" aber für uns war sie jedesmal wieder ein Erlebniss - auch schon wegen den manchmal recht speziellen Unterkünften... Aber dazu in den Jahren mehr, wo sie dann auch stattfanden.

die erste Hypnoseshow

Die Ines und die Aniko hinterm Stand.

Der Ronny machte im Laufe des Jahres auch gleich neben uns seinen Laden auf (oder war es im Jahr zuvor?) - ein Rollenspielladen voll mit dem Zubehör was der Rollenspieler so braucht. Leider gab es nicht wirklich genügend davon in unserem Raum; aber ein Versuch war es sicher wert. Der eine oder andere kann sich vielleicht auch noch an die Rollenspielkategorie auf unserer Homepage erinnern - das war die vom Ronny.


unser neues Schild

Ja und dann bekamen wir wieder ein neues Ladenschild. Nachdem vor einigen Jahren schon unsere von Gero gemalte Fahne Beine bekommen hatte, machten uns unsre lieben Freunde ein ganz besonderes Geschenk. Timo schnitzte uns ein wunderschönes Ladenschild und Matthias schmiedete uns die Aufhängung dazu. Ist es nicht wunderschön?

Im Jahr 2000 drehte auch noch der mdr einen Beitrag mit uns;
den Mitschnitt findet Ihr hier ("Zwischen Hexentanz und Erntesegen" - das Zweite von unten).


Hmm nochwas sei erwähnt;
da ja die Ines sich damals um den Laden und um den Versand kümmerte, stand ich mit der Organisation der ganzen Geschichten bis auf die helfende Hand vom Bonzai in Werbungsfragen (Annoncen und Flyergestaltung) eigentlich allein da. Und naja, im letzten Drittel der Saison, also kurz nach dem MA-Markt zum Stadtfest und vor dem MA-Markt an der Sachsenallee ein paar Wochen später, begab es sich eines schönen Abends, daß ich tatsächlich während des Pinkelns ohnmächtig wurde. Bin dann quer im Bad liegend mit dem Kopf in der Abfallschüssel wieder zu mir gekommen. Hatte mich wohl doch ein wenig übernommen.
Eine Weile später faßten wir dann also den Entschluss die Organisationsschiene langsam runterzufahren und uns mehr auf den Laden/Versand und andere "Einkommen" zu konzentrieren. Natürlich macht man das nicht plötzlich und der Prozess sollte sich über mehrere Jahre hinziehen.
Aber das war es mir dann auch nicht wert, ich meine das einem das schon zu denken geben sollte - und das tat es...


19992001
Rückblicke