In diesem Jahr liefen uns all die guten Freunde zu, die bis heute unseren Weg begleiten und inzwischen unauslöschlich mit dem Namen Mittgard verbunden sind. Nun beginnen all die verrückten Geschichten, in deren Erinnerung wir in lauschigen Lagerfeuernächten schwelgen.






Bereits im Winter hatten wir Teile der Familie Strahl durch erste dies natalis-Konzerte im Tusculum zu Dresden kennengelernt. Ebenfalls im Winter lernten wir im Jugendclub Mosaik den Bäh kennen, der mit seinen Jugendlichen mittelalterliche Handwerke ausprobieren wollte - in Zukunft war er mit seiner Gruppe fester Bestandteil unserer Märkte. Ja, und dann brachten uns Mütze und die Strahls ja auf die wahnwitzige Idee des Heerbanns - und so fand im Mai auf der Burg Rabenstein der erste Heerbann statt. Tobias Strahl war unser Herzog und den Gegner fanden wir im Bäh und seinem Jugendclub. Jugendclub - Jugendliche! Was sollte uns da schon passieren? Dachten wir, bis wir Bumser sahen und andere zutätowierte 2m Hünen. Die Schlacht war kurz und heftig und doch gingen wir als Sieger daraus hervor! Die Erste, die nach diesem Gemetzel wieder stand, war übrigens Mama Strahl, die auf- und abhüpfend schrie "Wolfgang, Wolfgang! War das schön! Nochmal! Nochmal!" Gut, dann eben nochmal. Beim abendlichen Festschmauß vereinten sich die beiden Heere und es begab sich der inzwischen legendäre "Wassersturz zu Rabenstein", indem Kunradus niemals zu Rabenstein nebst Gattin Dörte Bekanntschaft mit dem Entengrütze verzierten Naß des Rabensteiner Burggrabens machten, nachdem sie zum wiederholten Male die Herausforderung des Herzogs mit abfälligen Bemerkungen ausgeschlagen hatten. Der junge Mann mit der Tonsur auf der rechten Seite ist unser langjähriger Freund und Wegbegleiter und auch der damalige Webmaster dieser Seite; der liebe Bonzai; der sich extra zu dem Anlass hat eine Tonsur scheren lassen.
Das wollte er später allerdings nie wieder tun... ;-)




Ansonsten trieben wir uns fast jedes Wochenende auf allen möglichen Veranstaltungen rum. Konzerte von In Extremo, Garmarna, Death in June & Blood Axis, die schon Kult sind. Natürlich haben wir wieder das Heidnische Dorf zum Gotiktreffen veranstaltet, diesmal mit exklusivem Germanenschmaus im selbstgebauten Langhaus. Wir haben unsre selbst organisierten Märkte auf der Rabenstein, Glauchau, Annaberg und zum Chemnitzer Stadtfest gehabt, die dann Tradition wurden. Sonst waren wir noch zum Töpfermarkt in Crimmitschau, in Cottbus, auf Schloß Trebsen und anderen kleineren Märkten. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns Himmelfahrt in Wolkenstein, dessen Markt in einer Kesselschlacht zwischen den Sportfreunden in Grünweiß und den Braununiformierten arischer Gesinnung endete, wobei wir nicht ganz unbeteiligt waren. Ines, man sollte ja auch keiner betrunkenen 2-Meter-Glatze den vollen Wasserbottich überschütten... Immerhin hatte die Polizei nach ca. einem Jahr das große Dekomesser, daß uns besagte Kandidaten vom Stand geklaut hatten, sicher gestellt. Es klebte Blut dran, wurde uns gesagt... Ich weiß schon, warum ich zu Himmelfahrt so ungern auf Märkte fahre...
Irgendwann Ende des Jahres schneite dann das Winkeltier in unseren Laden. Völlig irres gruftinöses Aussehen mit üblem Berliner Dialekt, redete wie ein Wasserfall und zwinkerte ständig!? Noch ahnten wir nur Dunkel was da auf uns zukam... doch das erfuhren wir erst im nächsten Jahr.

19971999
Rückblicke