Schloß Wildeck in Zschopau

Die Geschichte

Eingerahmt von wildromantischen Wäldern, schroffen Felsen und weiten Feldern liegt Zschopau, eine Stadt im mittleren Ezgebirge.

Die Wurzeln des Ortsnamens findet man im gleichnamigen Fluss. Slawische Siedler bezeichneten ihre Umgebung nach deren Merkmalen. Der Wortstamm "skap" von Zschopau mit seiner Bedeutung "Fels, Klippe" bzw. "spalten, graben" weist auf die Eigenart des Flusses hin. Der Grund für die Namensübertragung auf den späteren Ort war, dass gerade an dieser Stelle einer der "drei böhmischen Steige" den Fluss überquerte. Er war ein Handelsweg zwischen Leipzig und Prag, auf dem die Kaufleute das "weiße Gold" transportierten. Dies verlieh dem Steig auch den Namen "Salzstraße". Entlang der Steige erfolgte die Urbarmachung und Besiedlung des dichten Miriquidiwaldes. Die erste urkundliche Erwähnung von Zschopau stammt aus dem Jahr 1286. Doch zuvor schon errichtete man auf einem Bergsporn, zum Schutz des Flussüberganges und der Straße, einen alleinstehenden Turm. Dieser ehemalige Wach- und Wohnturm gilt als das älteste Bauwerk von Zschopau (2. Hälfte 12. Jahrhundert). Seine damalige Größe betrug nur 20 m und der Eingang befand sich in 14 m Höhe. Schnell bekam der Turm im Volksmund den Namen "Der dicke Heinrich".

Später baute man um den Turm eine Burg. Diese Anlage bot der jungen Stadt Schutz, der durch eine Stadtbefestigung später noch verstärkt wurde.

Neben dem Handel und der Tuchmacherei begann man zu Anfang des 15. Jahrhunderts in Zschopau mit dem Bergbau. In den hiesigen Schächten wurde neben Bleiglanz mit geringen Silberanteil auch Eisenerz abgebaut.
Die Burg wurde Mitte des 16. Jh. zum Jagdschloss umgebaut und die umfangreichen kurfürstlichen Waldungen wurden von hier aus kontrolliert.
Die Forstverwaltung sollte bis 1911 im Schloss bleiben und obwohl die Stadt Zschopau noch auf viele interessante historische Begebenheite zurückblicken kann, möchte ich hier nur die wesentlichsten nennen.

1561 Cornelius von Rüxleben wird Oberforstmeister
1632 aufgrund des 30-jährigen Krieges treffen 6000 kaiserliche Soldaten in Zschopau ein
1634 (21.Nov.) Zschopau wird geplündert, ein Blutbad wird unter der Bevölkerung angerichtet und die ganze Stadt steht in Flammen
1699 erster Aufenthalt von Zar Peter dem Großen in Zschopau, weitere waren 1711 und 1712
1741 Bau einer überdachten Holzbrücke über die Zschopau
1748 (08.10) 2. Stadtbrand
1784 Karl Stülpner wurde hier wegen Schlägerei arretiert

aus "Große Kreisstadt Zschopau";
"Bergstadt im mittleren Erzgebirge"