Parfümbaukasten

Die Parfümherstellung begann im 17.Jh. in Frankreich, genau gesagt in Grasse, und vebreitete sich in windeseile in der ganzen Welt. Inzwischen kennt fast jeder den Roman oder den Film von Süskind "Das Parfum", weshalb ich über die Geschichte des Parfüms nicht weiter eingehen will.

Die Parfüme von heute werden leider kaum noch aus echten ätherischen Ölen hergestellt. Man greift immer mehr auf synthetische Düfte zurück. Meist riechen sie dann für empfindliche Nasen, wie die meine, einfach widerlich übertrieben und sind trotzdem noch unerschwinglich teuer. Deshalb glaube ich, habe ich mir noch nie selbst Parfüm gekauft. Stattdessen habe ich schon sehr früh damit angefangen, mir mein Parfüm selbst zu mischen. Und nun will ich euch dabei helfen, es mir gleich zu tun:

Zuerst müßt ihr euch entscheiden, ob ihr euer Parfüm auf Alkohol- oder Ölbasis haben wollt.
Für die meisten Parfüme werden die ätherischen Öle mit 70%igen Alkohol verdünnt, der kann allerdings unangenehm hervorstechen. Dann kann man versuchen dem Parfüm tropfenweise Wasser hinzuzufügen, um es so etwas zu verdünnen - das Wasser hält zusätzlich den Duft etwas länger. Zuviel Wasser macht das Parfüm allerdings trüb - also vorsichtig!
Oder man stellt sein Parfüm mit einem Basisöl her, z.B. Jojobaöl. Das Öl hält den Duft auch länger auf der Haut, weil es nicht so schnell verdunstet wie der Alkohol. Außerdem wirkt es gleichzeitig pflegend. Man kann das Parfüm aber nicht ewig aufheben, da auch das beste Öl irgendwann ranzig wird.

Bevor es ans Mischen geht, sollte man sich Überlegen, welche Duftnoten man verwenden möchte. Bei der Parfümherstellung werden die Düfte in drei Gruppen aufgeteilt:

Basisnoten - sind am längsten in einem Parfüm zu riechen. Sie werden auch Fixativ genannt, weil sie die anderen flüchtigeren Düfte länger festhalten. Mit ihnen beginnt man bei der Parfümherstellung. Zumeist sind es warme schwere Düfte von Gewürzen & Bäumen; z.B.:
Patchouli, Sandelholz, Myrrhe, Zeder, Koriander, Vetiver, Zimt

Herznoten - sie machen den Hauptduft eines Parfüms aus und sind meist weich, harmonisch & blumig und halten den Duft bi zu 2 Stunden. Beispiele hierfür sind:
Melisse, Myrthe, Lavendel, Ylang Ylang, Geranie, Ysop, Litsea Cubeba

Spitzennoten - das ist der Geruch, der einem in den ersten 10 Minuten in die Nase steigt, er ist spritzig-frisch bis fruchtig und ist meist genauso schnell verflogen wie er aufgetaucht ist. Typisch dafür sind:
Minze, Zitrone, Orange, Mandarine, Grapefruit, Lemongras, Bergamotte

Zusätzlich muß ich noch sagen, daß ich oft begeisterte Mädels im Laden hab', die gerne Rosen- oder Jasminöl haben wollen. Der scheue Blick auf den Preis belehrt sie schnell eines besseren. Genauso bei Moschus, Opium oder Amber... Bei diesen Gerüchen habe ich mir deshalb angewöhnt, als Basisöl gleich die fertigen Massageöle zu benutzen. Da ist der gewünschte Duft gleich drin und es bleibt bezahlbar.