Das Bürgerlied

Ob wir rote, gelbe Kragen,
Helme oder Hüte tragen,
Stiefel tragen oder Schuh,
oder ab wir Röcke nähen
und zu Schuhen Drähte drehen,
das tut, das tut nichts dazu.

Ob wir können präsidieren
oder müssen Akten schmieren
ohne Rast und ohne Ruh,
ob wir just Collegia lesen
oder aber binden Besen,
das tut, das tur nichts dazu.

Ob wir stolz zu Rosse reiten
oder ob zu Fuß wir schreiten,
immer unsrem Ziele zu,
ob uns Kreuze vorne schmücken
oder Kreuze hinten drücken,
das tut, das tut nichts dazu.

Aber ob wir Neues bauen
oder Altes nur verdauen,
wie das Gras verdaut die Kuh,
ob wir in der Welt was schaffen
oder nur die Welt begaffen,
das tut, das tut was dazu.

Ob wir rüstig und geschäftig,
wo es gilt zu wirken kräftig
immer tapfer greifen zu,
oder ob wir schläfrig denken:
"Gott wird's schon im Schlafe lenken."
Das tut, das tut was dazu.

Drum ihr Bürger, drum ihr Brüder,
alle eines Bundes Glieder:
was ein jeder von uns tu -
alle, die dies Lied gesungen,
so die Alten wie die Jungen,
tun wir, tun wir was dazu!