Es waren zwei Königskinder

Es waren zwei Königskinder,
die hatten einander so lieb,
sie konnten zusammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief.

Ach, Liebster, kannst du nicht schwimmen,
so schwimme doch her zu mir.
Drei Kerzen will ich dir anzünden,
und die sollen leuchten dir.

Das hört' eine falsche Rune,
die tat, als wenn sie schlief.
Sie tät' die Kerzlein auslöschen,
der Jüngling ertrank so tief.

Es war ein Sonntagmorgen,
die Leute waren alle so froh.
Nicht so die Königstochter,
ihr Augen saßen ihr zu.

Ach Mutter, herzliebste Mutter,
mein Kpf tut mir so weh.
Ich möchte so gerne spazieren
wohl an der rauhen See.

Die Mutter ging zu der Kirche,
die Tochter ging an den Strand.
Sie ging und ging so lange,
bis sie einen Fischer fand.

Ach Fischer, liebster Fischer,
willst du verdienen großen Lohn.
So wirf deine Netze ins Wasser
und fisch' mir den Königssohn.

Er ließ sein Netz zu Wasser,
es sank bis auf den Grund.
er fischte und fischte so lange,
der Königssohn wurde sein Fund.

Nun nahm die Königstochter
vom Kop ihre goldene Kron'.
Sie sagte: du edler Fischer,
das ist dein verdienter Lohn.

Sie nahm ihn in ihre Arme,
den Königssohn oweh.
Sie sprang mit ihm in die Wellen,
lieb Vater und Mutter ade.

Die ersten beiden Strophen hat mir immer meine Großmutter als Gute Nacht Lied vorgesungen. Schon etwas makaber, wenn man die restlichen Strophen kennt...