Die Geschichte von Schloss Glauchau

Schloss HINTERGLAUCHAU


Museum und Kunstsammlung

Im sächsischen Chemnitzer Land, südwestlich des Glauchauer Stadtkerns, findet der interessierte Wanderer die beiden Schlösser Hinterglauchau und Forderglauchau.

Auf Geheiß der Herren von Schönburg, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts im Auftrag des staufischen Königtums an der kolonisatorischen Erschliessung des westlichen Erzgebirges beteiligt waren, wurde Hinterglauchau zwischen 1170 und 1180 errichtet.

Die ursprüngliche Burg- und Wehranlage wies eine unregelmäßige Bebauung in teils Stein, teils Fachwerk auf, an der Nordseite befand sich eine Kapelle.

Ihre zeitliche Einordnung erfolgt analog zu verschiedenen anderen Gründungen, wie die der Burg Waldenburg (1165-1172), Meerane (1174) und Rochsburg um 1190.

Schloss Glauchau Ein höheres Wirtschaftspotential, einhergehend mit gestiegenen Wohn- und Repräsentationsbedürfnissen, führte zwischen 1470 und 1485 zum Umbau der Anlage zu einem spätgotischen Schloss, dessen Kunstsammlung heute zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in Sachsen zählt.

Den Grundstein für das nach vollendeter Gestaltung am 1. Februar 1885 eröffnete Museum legte der Gewerbeverein der Stadt. Seine Mitglieder hatten bereits 1869, aus Anlass der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Alexander von Humboldts, Überlegungen zur Errichtung eines Museums angestellt. Dabei fussten ihre Ideen auf dem Gedankengut der deutschen Aufklärung.

In den nun folgenden Jahrzehnten veränderten sich Ausstellungsthematik,Umfang und räumliche Kapazitäten bedingt durch die Höhen und Tiefen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.

So hatte der sogenannte Weiheraum des Museums nach seiner Wiedereröffnung im Juni 1940 inhaltlich der vorherrschenden Ideologie Rechnung zu tragen; Schloss Hinterglauchau drohte bei der Verteidigung gegen die Amerikanische Armee im April 1945 in Flammen aufzugehen.

Nach dringenden und umfangreichen Sanierungsarbeiten fand am 3.Oktober 1991 die feierliche Neueröffnung der Ausstellungsräume statt.


Wichtigste Sammlungsbestandteile sind:

Paul Geipels


* Die Gemäldesammlung mit knapp 700 Exemplaren aus der Zeit des 16. bis zum 20. Jahrhundert.

* Die Plastikensammlung mit spätgotischen Bildwerken sowie einem Bestand an Bronzeplastiken des 19./20. Jahrhunderts.

* Circa 13 000 Blätter der Alten und Neuen Grafik.

* Eine ausgedehnte Militariasammlung, bestehend aus Jagdwaffen, Paradewaffen, militärischen Standardwaffen des 19. Jahrhunderts sowie fernöstlichem Waffengerät.

* Die Porzellansammlung mit Zier- und Gebrauchsporzellan aus der Meißner Manufaktur (ab 18.Jh.)

* Ein beachtlicher Fundus an Möbeln des 16.-19. Jahrhunderts.

* Die Museumsbibliothek umfasst nahezu 20 000 Bände theologischer Schriften, Veröffentllichungen zur deutschen und besonders zur sächsischen Geschichte, zur politischen, Verfassungs- und Rechtsgeschichte sowie zu kunst- und kulturhistorischen Themen.
Ergänzt wird der Bestand durch Handbücher, Nachschlagwerke und Zeitschriften.

* Die volkskundliche Sammlung zeigt Exponate zum Leben in der Innung des städtischen Handwerks; waren doch die Weber- und Tuchmacherei im Glauchauer Raum ab dem 15. Jahrhundert strukturbestimmend.

* Lehrbriefe, Wanderbücher, Kleidung, Hausrat, Wandschmuck, Totenschilder, Werkzeuge und Geräte,Spinn- und Spulräder dokumentieren die gegenständliche Kultur und Lebensweise der Bevölkerung.


Die Ausstellung schliesst mit der Darstellung des Alltags zur Zeit der Weimarer Republik ab.

Eine traditionelle Weihnachtsausstellung im Obergeschoss des Nordflügels zeigt Bestände der historischen Spielzeugsammlung aus einheimischer und überregionaler Produktion.

FROHE ERKUNDUNG !!!

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